Die Ausgangslage:
Ein Wallach, 5 Jahre zeigt im Frühjahr plötzlich massives Headshaking unter dem Reiter, schlägt unkontrolliert mit dem Kopf und reibt die Nase am Bein. Der Besitzer reagiert sofort: Tierarzt und Osteopath werden geholt. Das Pferd wird akupunktiert, eine Blockade im Genick wird gelöst. Für drei Tage ist Ruhe. Die Erleichterung ist groß.
Das Problem:
In der darauffolgenden Woche reitet der Besitzer das Pferd wieder ganz normal. Da das Pferd durch die lange Schmerzphase jedoch eine massive Schonhaltung eingenommen hat, läuft es völlig verspannt, drückt den Rücken weg und verfällt sofort wieder in das alte Bewegungsmuster. Die Folge: Das Genick blockiert erneut, der Trigeminusnerv wird wieder gereizt – das Headshaking ist zurück.
Die biomechanische Lösung und auch mein Ansatz:
Physiotherapie und Akupunktur waren in diesem Fall wichtig, um den akuten Schmerzreiz zu nehmen. Sie waren aber nur das Fundament, nicht die Heilung.
Anstatt das Pferd sofort wieder normal zu belasten, haben wir das Pferd komplett auf null gesetzt. Über feine, biomechanisch korrekte Bodenarbeit und gezieltes Resilienztraining wurde das Pferd Schritt für Schritt aus der Schonhaltung geholt. Erst als die Muskulatur wieder in der Lage war, korrekt und entspannt zu Arbeiten, beruhigte sich das Nervensystem dauerhaft.
Das Fazit:
Therapeuten lösen die Blockade im Gewebe. Aber nur ein biomechanisch korrektes Aufbautraining sorgt für dauerhafte Besserung. Wer glaubt, Headshaking mit einer einzigen Behandlung oder mit mechanischem Druck lösen zu können liegt falsch. 

 

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Claudia Knobloch